Radiologie

Definition
Unter Radiologie wird in der Medizin das Teilgebiet verstanden, dessen Aufgabenbereich sich auf die Anwendung von Strahlen für therapeutische, wissenschaftliche und auch diagnostische Zwecke erstreckt.

Historie – Entdeckung der Röntgenstrahlen
Die Radiologie verwendet traditionell die von Wilhelm Conrad Röntgen am 8. November 1895 entdeckte Röntgenstrahlung. Röntgen war zu dieser Zeit an der Universität Würzburg im Physikalischen Institut tätig. Noch heute wird seine Strahlung, welche er als X-Strahlung benannte, im angloamerikanischen Raum so bezeichnet.

Wilhelm Conrad Röntgen publizierte im Jahr 1894 seine Arbeit zum ersten Mal in einem Sitzungsbericht, welcher herausgegeben wurde von der Physikalisch-medizinischen Gesellschaft zu Würzburg.

Die Bereiche der Radiologie
Die Radiologie unterteilt sich in in die Bereiche Diagnostische Radiologie, welche als Teilgebiet zur Neuroradiologie sowie zur Kinderradiologie gehört sowie in die Strahlentherapie. Seit Jahren bildet die Nuklearmedizin eine gesonderte Fachrichtung. Die Interventionelle Radiologie ist ein weiterer Schwerpunkt, und der Strahlenschutz ist insbesondere für die fachärztliche Tätigkeit von großer Bedeutung.

Die Diagnostische Radiologie
Die diagnostische Radiologie umfasst, mittels bildgebender Verfahren, das Schnittbildverfahren (Sonografie, Röntgen-Computertomografie sowie Magnetresonanztomografie) sowie die Projektionsradiografie.

Zur Erleichterung der Darstellung beziehungsweise auch, um bestimmte Strukturen abzugrenzen, kommen bei den Verfahren entsprechende Substanzen zum Einsatz, die so genannten Kontrastmittel. Sowohl die Wahl des Verfahrens als auch der Einsatz von Kontrastmitteln ist abhängig von der vorliegenden Indikation und einer Abwägung hinsichtlich Nutzen, Kosten und des eventuellen Risikos.

Die Ausbildung zum Facharzt für Radiologie
In Deutschland ist nach einem abgeschlossenen Medizinstudium eine sich über fünf Jahre erstreckende Weiterbildungszeit erforderlich zum Erwerb der Zusatzbezeichnung „Facharzt für Radiologie“. Anrechenbar sind auf die Weiterbildung die zwölfmonatige Tätigkeit in einem Schwerpunktgebiet wie beispielsweise der Neuro- oder Kinderradiologie sowie eine über zwölf Monate dauernde Tätigkeit im Bereich der unmittelbaren Patientenversorgung.

Die Radiografie
Die Radiografie bezeichnet man auch als konventionelles Röntgen. Das radiografische Verfahren durchstrahlt entweder den gesamten Körper des Patienten oder auch nur Teile dessen mit Röntgenstrahlen aus einer Richtung. Mittels geeigneter Materialien erfolgt auf der Gegenseite Registrierung der Strahlen, um die Ergebnisse in ein aussagekräftiges Bild umzuwandeln, welches in der Projektion die Gewebe, welche im Strahlengang liegen, aufzeigt. Hierbei wird deutlich, dass Knochen mehr Strahlung absorbieren als Weichteile und aufgrund dessen Schatten werfen.

Eine höhere Intensität der Strahlen wird registriert bei luftgefüllten Geweben wie beispielsweise der Lunge, da diese verhältnismäßig durchlässig sind. Aufgrund einer im Strahlengang erzeugten Überlagerung verschiedener Strukturen ist die Anfertigung mehrerer Bilder oft sehr hilfreich, da hierbei unterschiedliche Projektionsrichtungen aufgezeichnet beziehungsweise aufgenommen werden können. Die Verwendung der Art von Sensormaterial zum Registrieren ist abhängig vom zur Verfügung stehenden Aufnahme- und Gerätetyp.

Die interventionelle Radiologie
Bei der interventionellen Radiologie kommen minimalinvasive therapeutische Maßnahmen zum Einsatz, deren Durchführung mittels der bildgebenden Verfahren unter kontinuierlicher Kontrolle erfolgt.

Der Strahlenschutz
Zwar sind die in der Röntgendiagnostik angewandten Strahlendosen sehr gering, jedoch stellen sie sowohl für den Anwender als auch für den Patienten eine potenzielle Schädigung dar. Aufgrund dessen wird in der Radiologie dem Strahlenschutz ein hoher Stellenwert eingeräumt.

Einen Spitzenplatz mit ca. 1,3 Röntgenaufnahmen bezogen auf Jahr und Einwohner belegt Deutschland in der Radiologie.